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CONVIVIUM – Nahrungssysteme am Limit

Die Ausstellung Convivium – Nahrungssysteme am Limit im Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne in München zeigt, wie sehr die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung von globalen Netzwerken abhängt. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Regionen wird deutlich, wie landwirtschaftliche Produktion, Fischerei, Tierhaltung, Handel, Transport und industrielle Verarbeitung zusammenwirken – und zugleich durch Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren immer stärker unter Druck geraten. Die Ausstellung macht sichtbar, auf welchen räumlichen und technischen Grundlagen diese Nahrungssysteme beruhen, wie sie an ökologische und soziale Grenzen stoßen und welche Herausforderungen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Globale Nahrungssysteme am Limit

Die aktuelle Ausstellung im Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne in München macht deutlich, dass die Versorgung der Weltbevölkerung von komplexen, global vernetzten Nahrungssystemen abhängt. Bäuer:innen, Fischer:innen, Züchter:innen, Händler:innen, Logistik und Lebensmittelindustrie sind in ein kapitalistisches Wachstumsmodell eingebunden, das auf die ständige Steigerung von Produktion und Konsum setzt. Die Folge sind Überkonsum, Fehl- und Überernährung sowie eine massive Verschwendung von Nahrungsmitteln.

Ausstellungsräume im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
Modelle über die Verteilung von Nutztieren auf der Welt

Gleichzeitig geraten diese Nahrungssysteme durch die Erderwärmung, politische Konflikte und ökonomische Krisen zunehmend an ihre Grenzen. Meere werden überfischt, fruchtbare Böden versiegelt oder degradieren. Landstriche verwüsten durch Dürre. Die Nahrungsproduktion selbst treibt durch ihren hohen CO₂-Ausstoß den Klimawandel weiter an. Kaum ein Land kann seine Bevölkerung noch allein aus eigenen Ressourcen ernähren – ein dichtes Netz wechselseitiger Abhängigkeiten macht die Verletzlichkeit des Systems sichtbar.

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Zwölf Blicke auf ein vernetztes Nahrungssystem

Die Ausstellung Convivium – Nahrungssysteme am Limit im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne führt in zwölf Kapiteln vor Augen, wie Lebensmittel heute produziert, verarbeitet und verteilt werden. Der Schwerpunkt liegt auf Europa, doch die globalen Verflechtungen – etwa zwischen Fischfang, Futtermittelproduktion und Migration – werden konsequent mitgedacht.

Ziel ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen der Nahrungsproduktion sichtbar zu machen: von High-Tech-Gewächshäusern und industrieller Tierhaltung über Fischzuchtanlagen und Monokulturen bis hin zu Böden, die als endliche Ressource verstanden werden müssen. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, welche Herausforderungen damit verbunden sind – vom Verlust lokaler Lebensgrundlagen über ökologische Schäden bis zu Konflikten um Land und Wasser.

  • Klima als Dienstleistung – High-Tech-Gewächshäuser in den Niederlanden, ganzjährige Produktion im kontrollierten Klima als Konkurrenz zum natürlichen Anbau
  • Die Erdbeere und das Gewächshaus – Ständige Verfügbarkeit von Erdbeeren und anderen Früchten, Folgen für regionale Produzent:innen im Raum München
  • Der Lachs und die Tomate – Globale Lachszucht, Fischmehl aus Wildfang, Überfischung, Verlust lokaler Fischerei, Migration und prekäre Arbeit in Gewächshäusern von Almería
  • Tropicalia – Spürbare Folgen des Klimawandels auf Sizilien, Anpassungsversuche mit neuen Weizensorten und tropischen Früchten
  • Das Tier ist anwesend – Moderner Kuhstall als hoch technisierte Produktionsstätte, digitale Steuerung, Züchtung und Tiere als auf Leistung ausgerichtete „Maschinen“
  • Technominotaurus – Installation zur Rolle von Zuchtbullen als Träger genetischer Information, Betonung von Körperlichkeit und mythischer Dimension
  • Oktopus-Choreographien – Lokale Fischerei in Angeiras (Portugal), Oktopusfang, wachsender Bedarf durch Tourismus und sichtbare Spuren in der gebauten Küstenumwelt
  • Mönche und Maschinen – Traditionelle Karpfenzucht in Bayern und moderne Indoor-Aquakultur, neue Formen der Fisch- und Meeresfrüchtezucht im Binnenland
  • Hinterglobes – Riesige Flächen für Tierfutter, räumliche Entkopplung von Futterproduktion und Fleischkonsum, Sichtbarmachung territorialer Abhängigkeiten
  • Soyscapes – Steigende Sojanachfrage für Tierhaltung, Abholzung des Regenwaldes in Brasilien, Nachzeichnen der Lieferketten nach Europa
  • Die ukrainische Getreidekette – Ukraine als wichtiger Akteur der globalen Getreideproduktion, gezielte Zerstörung von Infrastruktur im Krieg und Bedrohung von UN-Hilfsprogrammen
  • Lebendige Böden – Böden als fundamentale, lebendige Grundlage der Nahrungssysteme, Gefährdung durch Überbauung, Überdüngung und Erosion
Fischernetze in der Ausstellung CONVIVIUM – Nahrungssysteme am Limit im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
Objekte aus dem Arbeitalltag von Kleinfischern auf See

Ausstellung Convivium – Nahrungssysteme am Limit im Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne in München

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Am Donnerstag schließen die Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne erst um 20:00 Uhr.

Eintrittspreise
regulär 10 Euro / ermäßigt 7 Euro
Eintritt sonntags: 1 Euro

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt in die Pinakothek der Moderne frei.

“Meer aus Plastik” – Gewächshäuser in Almería, Spanien.

Pinakothek der Moderne
Architekturmuseum der TU München
Barer Straße 40
80333 München

Telefon.: 089 – 238 05 360
E-Mail: info@pinakothek.de

Ausstellungszeitraum
23. April 2026 – 18. Oktober 2026


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