Die Ausstellung CARRYING im Museum Brandhorst in München untersucht historische Schichten des Kunstareals, seine militärische Vergangenheit und die Verflechtungen von Krieg, Kultur und Erinnerung. Internationale künstlerische Positionen aktivieren Innen- und Außenräume des Museums sowie den öffentlichen Raum von München und machen sichtbar, wie Geschichten über Gewalt, Ausbeutung, Migration und Zugehörigkeit über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen und überlagert werden.

Jaune Quick-to-See Smith
Trade Canoe: Don Quixote in America, 2024/25
Cy Twombly
Lepanto, 2001
Ausstellung CARRYING im Museum Brandhorst in München: Räume in Bewegung
Die Ausstellung CARRYING im Museum Brandhorst in München begreift das Museum als Resonanzraum. Kunstwerke der internationalen Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce besetzen historisch aufgeladene Orte und Transitzonen des Museums sowie den öffentlichen Raum. Architektonische Interventionen, Performances, Malereien sowie Sound- und Filmarbeiten treten in Dialog mit der Institution und befragen die Verschränkung von militärischer und kultureller Macht. Einige der Werke sind eigens für die Ausstellung Carrying entstanden und stehen in unmittelbarem Austausch mit ihrem Ausstellungsort, etwa an spezifischen Orten wie Cy Twomblys Lepanto-Saal oder dem Türkentor, wo lokale Ansätze mit globalen Fragestellungen verknüpft werden.
Wer erzählt Geschichte – und wie?
Die Ausstellung CARRYING im Museum Brandhorst in München nimmt das Gelände in den Blick, auf dem sich heute das Museum Brandhorst, die Pinakothek der Moderne und weitere Institutionen des Kunstareals befinden und wo früher die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt, stand. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Die Geschichte hat sich in Orts- und Straßennamen wie der „Türkenstraße“ und dem „Türkentor“ eingeschrieben. Vor diesem Hintergrund stellt CARRYING die Fragen, welche Geschichten erzählt werden, wer sie erzählt und wie sie vermittelt werden. Die eingeladenen Künstlerinnen nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Verflechtung von Geschichte und Erinnerung, in der teils erfundene Erzählungen über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen werden. Verschiedene Deutungen überlagern historische Realitäten von Gewalt, Ausbeutung und kultureller Aneignung und schreiben sich bis heute als Muster fort – von der sogenannten „Gastarbeiter“-Ära bis zu andauernden Debatten um territoriale Grenzen, Migration und Zugehörigkeit –, insbesondere dort, wo Krieg und Kultur ihre tatsächliche Verwobenheit verschleiern und diese Fragen neue Dringlichkeit gewinnen.

Company, 2026
Ausstellung CARRYING im Museum Brandhort in München – Öffnungszeiten und Eintritt
Öffnungszeiten:
Täglich außer montags:
10:00 – 18:00 Uhr
Am Donnerstag schließt das Museum erst um 20:00 Uhr.
Am Montag bleiben alle Ausstellungen im Museum Brandhorst geschlossen.
Eintrittspreise:
Der Eintritt ins Museum Brandhorst beträgt regulär 7 Euro // ermäßigt 5 Euro. Das Ticket gilt für alle aktuellen Ausstellungen im Museum Brandhorst.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt ins Museum Brandhorst so wie in die Pinakotheken grundsätzlich frei.
Am Sonntag kostet der Eintritt in die Ausstellung 1 Euro Eintritt.

Louise Lawler
No Drones (adjusted to fit), 2010/11
Walter De Maria
Large Red Sphere, 2002
Ausstellungszeitraum:
14. Mai 2026 — 8. November 2026
Museum Brandhorst
Obergeschoss, Untergeschoss und Außenraum
Türkenstraße 19
80333 München
Telefon: 089 – 23805 2286
E-Mail: info@museum-brandhorst.de
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