Anzeige

Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen

Die Ausstellung Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen im Jüdischen Museum München beleuchtet die Geschichte von Jüdinnen und Juden in Nordafrika und Westasien als gemeinsame, oftmals geteilte Kulturgeschichte mit dem arabischen Umfeld. Im Fokus stehen Nachbarschaft und Austausch, gemeinsame Sprachen, Musik- und Denktraditionen – ebenso wie Ausgrenzung, Gewalt und erzwungene Brüche. Zeitgenössische künstlerische Positionen eröffnen einen vielstimmigen Raum, in dem Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verwoben sind und Fragen von Zugehörigkeit, Erinnerung und Identität neu verhandelt werden.

Geteilte Geschichte: Nähe, Austausch und Brüche

Die Geschichte von Jüdinnen und Juden in Nordafrika und Westasien ist geprägt von einer engen kulturellen Nähe zu ihrem vielfältigen arabischen Umfeld. Über Jahrhunderte hinweg entstanden Nachbarschaften, in denen Austausch und gegenseitige Bereicherung zum Alltag gehörten. Gemeinsame Sprachen, Musik- und Denktraditionen erzählen von dieser tief verwobenen Geschichte, in der jüdische und arabische Lebenswelten einander wechselseitig beeinflussten.

Ausstellungsstücke in der Ausstellung Yalla - Arabisch-jüdische Berührungen im Jüdischen Museum München

Joseph Sassoon Semah
Jerusalem of Above/Jerusalem of Below, 1990

Joseph Sassoon Semah
GiLGUL ShaTIaCh Carpet (Reincarnation) Rolling, 1983

Gleichzeitig durchziehen Brüche, Ausgrenzung und Gewalt diese Vergangenheit. In vielen Biografien überlagern sich Erfahrungen von Zugehörigkeit und Fremdheit, von geteiltem Alltag und plötzlicher Feindseligkeit. Die Geschichte erscheint so als ein Spannungsfeld, in dem Nähe und Distanz, Kontinuität und Unterbrechung untrennbar miteinander verbunden sind. 

Zentrale Spannungsmomente dieser gemeinsamen Vergangenheit sind:

  • Nähe: Gemeinsame Sprachen, Nachbarschaften und kulturelle Praktiken
  • Austausch: Geteilte Musiktraditionen, philosophische und religiöse Debatten
  • Brüche: Phasen von Ausgrenzung, Gewalt und erzwungenem Weggang
Anzeige
Kunstdrucke und Karikaturen von Julian Opitz

Zwischen Vergessen und Wiederentdecken

Die Ausstellung im Jüdischen Museum München knüpft an Prozesse des Wiederentdeckens und Neubewertens an. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die geteilte Vergangenheit von Jüdinnen und Juden in arabisch geprägten Regionen zunehmend ideologisch überformt oder verdrängt – sei es durch nationale Narrative, politische Konflikte oder vereinfachende Bilder „des Nahen Ostens“. Erst mit dem wachsenden Selbstbewusstsein der Misrachim – Jüdinnen und Juden aus arabisch geprägten Kultur- und Sprachräumen im heutigen Israel – rückt diese Vergangenheit wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein.

Mehrstimmige Erinnerungsräume: Installationen, Bilder, Klänge

Sieben Künstler:innen jüdischer Herkunft mit familiären Wurzeln in verschiedenen Regionen Nordafrikas und Westasiens erkunden in ihren Arbeiten jüdische Identitäten in diesem Spannungsfeld. Ihre Werke verbinden persönliche Erinnerungen mit historischen Erfahrungen und machen sichtbar, wie sich große politische Umbrüche in individuellen Biografien niederschlagen.

Die künstlerischen Positionen erzählen von Exil und Verlust, von gesellschaftlicher Marginalisierung und von Brüchen in der Weitergabe von Geschichte. Gleichzeitig öffnen sie Perspektiven auf neue Formen von Zugehörigkeit, die sich zwischen Kulturen, Sprachen und Erinnerungen bewegen. So entsteht ein Raum, in dem Vergangenheit nicht abgeschlossen ist, sondern bis in die Gegenwart nachwirkt und immer wieder neu befragt wird.

Besucher:innen der Ausstellung Yalla - Arabisch-jüdische Berührungen im Jüdischen Museum München

Zugehörigkeit erscheint in diesem Rahmen als bewegliche und oft widersprüchliche Erfahrung: Sie oszilliert zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen unterschiedlichen kulturellen Bezügen und familiären Erinnerungslandschaften. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Jüdischen Museums Hohenems mit dem Jüdischen Museum München.

Anzeige

Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen im Jüdischen Museum München – Öffnungszeiten und Eintritt

Die Ausstellung Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen kann täglich außer montags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr im Jüdischen Museum München besucht werden.

Jüdisches Museum München – Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr

Montags hat das Jüdische Museum München geschlossen.

Jüdisches Museum München – Eintrittspreise

regulär: 6 Euro // ermäßigt: 3,60 Euro

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Jüdisches Museum München – Ausstellung Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen

Ausstellungszeitraum
29. April 2026 – 28. Februar 2027

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Telefon: 089 – 233 960 96
E-Mail: juedisches.museum@muenchen.de


Anzeige