Anzeige

Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa

Die Ausstellung Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa in der Monacensia im Hildebrandhaus rückt die Geschichte der Künstlervilla ins Zentrum, die wie kaum ein anderer Ort für das literarische München steht. Die Präsentation verbindet historische Forschung mit zeitgenössischen Perspektiven und macht deutlich, wie zentral Orte für das kulturelle Gedächtnis einer Stadt sind.

Biografie eines Hauses: Die Ausstellung in der Monacensia im Hildebrandhaus in München

Die Ausstellung in der Monacensia im Hildebrandhaus in München erzählt die Geschichte eines Hauses, das selbst zur Biografie geworden ist. Ursprünglich ließ der Bildhauer Adolf von Hildebrand die Villa in der Prinzregentenzeit als repräsentatives Atelier- und Wohnhaus errichten – als idealen Ort, an dem Kunst und Leben eine gestalterische Einheit bilden sollten. Die Künstlervilla war von Beginn an ein Raum künstlerischer Produktion und gesellschaftlicher Repräsentation und prägte damit das literarische und kulturelle Umfeld Münchens nachhaltig.

Mit dem Nationalsozialismus beginnt ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses. In und um die Villa lebten Verfolgte, Profiteur:innen und Repräsentant:innen des NS-Regimes in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Künstlervilla wurde zu einem Spiegel jener Zeit, in der Entrechtung, Ausgrenzung und Vernichtung den Alltag vieler Menschen bestimmten. Zugleich prägten Prozesse des Verdrängens und Vergessens die Nachkriegszeit und ließen zahlreiche biografische Brüche, Lücken und blinde Flecken zurück.

Die Ausstellung versteht das Hildebrandhaus als einen Ort, an dem sich individuelle und kollektive Geschichte überlagern. Es wird deutlich, wie ein Haus Erinnerungen bewahrt – auch über Phasen des kollektiven Vergessens hinweg. Die Monacensia macht diese Schichten sichtbar und lädt Besucher:innen ein, die Künstlervilla als Teil des literarischen München neu zu lesen: als Erinnerungsraum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einen Dialog treten.

Anzeige

Dokumente einer Künstlervilla: Wie die Ausstellung das Gedächtnis des Hauses erschließt

Im Zentrum der Ausstellung stehen biografische Spuren, die das literarische München aus ungewohnten Perspektiven sichtbar machen. Zahlreiche historische Dokumente – Fotografien, Akten, Briefe und persönliche Aufzeichnungen – stammen aus öffentlichen und privaten Archiven und werden zum Teil erstmals präsentiert. Ein besonderer Fokus liegt auf Materialien zur Familie des jüdischen Landschaftsmalers Benno Becker, die aus einem privaten Nachlass stammen und exemplarisch für individuelle Schicksale im Nationalsozialismus stehen.

Die Präsentation folgt der Methode der kuratorischen Feldforschung. Diese Herangehensweise versteht die Ausstellung als offenen Forschungsraum: Nicht nur überlieferte Quellen, sondern auch Leerstellen, Brüche und Widersprüche werden sichtbar. So rückt nicht allein das, was dokumentiert ist, in den Blick, sondern auch das, was in Archiven und bisherigen Forschungen fehlt. Interviews mit Rachel Salamander und Julian Nida-Rümelin erweitern diese Perspektive um persönliche Reflexionen zu Erinnerungskultur, Literatur und Verantwortung.

Die Vielfalt der Materialien eröffnet unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Hildebrandhauses und zum literarischen München. Dazu zählen unter anderem:

  • biografische Dokumente und Fotografien aus verschiedenen Archiven
  • Akten, Briefe und Nachlassmaterialien, die erstmals öffentlich präsentiert werden
  • zeitgenössische Stimmen und Interviews, die historische Perspektiven mit aktuellen Fragen verknüpfen

Auf diese Weise wird die Ausstellung in der Monacensia im Hildebrandhaus in München selbst zu einem Ort der Forschung, an dem das Verhältnis von Literatur, Stadtgeschichte und Nationalsozialismus neu befragt wird.

Lebendiges literarisches München: Die Monacensia als Ort der Erinnerung und Produktion

Heute versteht sich die Monacensia im Hildebrandhaus als lebendige Künstlervilla und als zentraler Ort für das literarische München. Die Villa ist zugleich Treffpunkt, Produktionsort, Inspirationsquelle und Bühne für etablierte wie angehende Autor:innen, Künstler:innen, Kulturschaffende und die freie Szene. Ein eigens gestalteter Ausstellungsraum widmet sich diesen zeitgenössischen Kooperationen und zeigt, wie gemeinsam fortlaufend am kulturellen Gedächtnis der Stadt gearbeitet wird.

Die Künstlervilla verbindet historische Verantwortung mit aktueller literarischer Praxis: Lesungen, Diskussionen, Schreibprojekte und interdisziplinäre Formate knüpfen an die Geschichte des Hauses an und führen sie zugleich weiter. So entsteht ein Netzwerk aus Stimmen und Perspektiven, das die Auseinandersetzung mit Literatur und Nationalsozialismus genauso umfasst wie Fragen nach Erinnerung, Zugehörigkeit und Teilhabe im heutigen Stadtleben.

Über das physische Haus hinaus werden die Themen der Ausstellung im Online-Magazin MON_Mag kontinuierlich vertieft. Hier finden sich weiterführende Beiträge, Interviews, Hintergrundtexte und künstlerische Formate, die den Dialog über die Ausstellung in der Monacensia im Hildebrandhaus in München in den digitalen Raum verlängern. MON_Mag öffnet damit zusätzliche Zugänge zum literarischen München und lädt dazu ein, die Rolle der Künstlervilla als dynamischen Erinnerungs- und Produktionsort fortzuschreiben.

Anzeige

Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa – Öffnungszeiten und Eintritt

Ausstellungen in der Monacensiahaben zusätzlich zu den Bibliotheksöffnungszeiten erweiterte Öffnungszeiten. Der Eintritt ist grundsätzlich frei.

Ausstellungen in der Monacensia – Öffnungszeiten

Montag – Mittwoch & Freitag
09:30 – 17:30 Uhr

Donnerstag
12:00 – 19:00 Uhr

Samstag & Sonntag
11:00 – 18:00 Uhr

Ausstellungen in der Monacensia – Eintritt

Der Eintritt in Ausstellungen in der Monacensia im Hildebrandhaus ist frei.

Monacensia – Ausstellung Maria Theresia 23. Biografie einer Münchner Villa

27. Oktober 2024 – 30. September 2030

Monacensia im Hildebrandhaus
Maria-Theresia-Straße 23
Barrierefreier Eingang: Siebertstraße 2
81675 München

Anzeige