Die Ausstellung Haar – Macht – Lust in der Kunsthalle München zeigt ab 20. März 2026, wie Haare und Frisuren mit gesellschaftlichen Fragen von Schönheit, Begehren und Macht verwoben sind. In rund 200 historischen und zeitgenössischen Kunstwerken entsteht ein kulturübergreifender Blick auf Kopf- und Körperhaare als Spiegel von Identität, Normen und Emotionen. Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Schmuck, Design und Couture entfalten ein vielschichtiges Panorama überraschender Geschichten rund um das menschliche Haar.
Wie Haare und Frisuren Zugehörigkeit zeigen – Perspektiven aus der Ausstellung in der Kunsthalle München
Die Ausstellung Haar – Macht – Lust in der Kunsthalle München zeigt Haare und Frisuren als universelle Sprache, in der seit Jahrtausenden soziale, kulturelle und politische Fragen verhandelt werden. Frisuren markieren Zugehörigkeit, Status und Rollenbilder – von farbigen Perücken im Alten Ägypten bis hin zu heutigen Formen sorgfältiger Selbstinszenierung. Kopf- und Körperhaare prägen Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlichen Rollenbildern, indem sie diese bestätigen, hinterfragen oder – etwa im Drag – bewusst überzeichnen.
Künstlerische Darstellungen außergewöhnlich behaarter Menschen thematisieren zudem die Grenze zwischen Natur und Kultur. In diesem Spannungsfeld werden Haare zum Medium, das gesellschaftliche Normen sichtbar macht und zugleich deren Überschreitung ermöglicht.
Haare als Symbol für Sehnsucht und Erinnerung in der Kunsthalle München
Haare und Frisuren stehen in der neuen Ausstellungin der Kunsthalle München gleichermaßen für Schönheit, Begehren und Verunsicherung. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern sie Anziehung und Abschreckung zugleich. Sie können als Inbegriff von Attraktivität gelesen werden, tragen aber immer auch eine innere Ambivalenz in sich.
Zugleich erscheinen Haare als Quelle von Kraft: In der biblischen Geschichte von Samson ist seine Stärke untrennbar an die Länge seines Haares gebunden. Die Vorstellung, dass Haare ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance wurden Haarlocken daher als Liebespfand verschenkt oder in Schmuckstücken und Reliquien zur Erinnerung an Verstorbene bewahrt.
Haar, Macht und Widerstand – politische Dimensionen der Ausstellung
Der Rundgang durch die Ausstellung in der Kunsthalle München zeigt Haare auch als machtvolles politisches Symbol. Rebellische Frisuren von Hippies und Punks stehen für Aufbruch und Nonkonformismus, ebenso wie unbedecktes Haar von Frauen in jüngsten iranischen Protestbewegungen zum Zeichen für Freiheit und Menschenrechte wird. Auch Haarstrukturen, etwa schwarzes Haar, tragen politische Bedeutungen: Frisuren wie der Afro-Look stehen für kulturelle Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt das Abschneiden der Haare über Jahrhunderte hinweg als Akt der Demütigung und Unterwerfung.
Die Ausstellung spannt diesen thematischen Bogen anhand von Objekten von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart und zeigt Werke unter anderem von Sandro Botticelli, Jacques-Louis David, Alfons Mucha, VALIE EXPORT, J. D. ’Okhai Ojeikere, Pieter Hugo, Simone Haack und Laetitia Ky. Eine reich bebilderte Publikation im Hirmer Verlag vertieft die Themen mit wissenschaftlichen Essays und Kurztexten zu ausgewählten Werken. In veränderter Form wird die Ausstellung Haar – Macht – Lust vom 14. November 2026 bis 18. April 2027 im Augustinermuseum Freiburg präsentiert.
Ausstellung HAAR – MACHT – LUST in der Kunsthalle München: Öffnungszeiten und Eintritt
Öffnungszeiten
täglich
10:00 – 20:00 Uhr
Afterwork
Jeden dritten Mittwoch im Monat hat die Ausstellung bis 22:00 Uhr geöffnet.
Ausnahme: 19. August 2026
Eintrittspreise
regulär 18 Euro
Am Dienstag ist der Eintritt um 50 % reduziert.
Ausstellungszeitraum
20. März 2026 – 4. Oktober 2026

Haare zwischen Schönheit und Protest: Aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle München
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Telefon: 089 – 22 44 12
E-Mail: kontakt@kunsthalle-muc.de
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