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Alchemie der Zeit. Chemigramme, Experimente auf dem Fotopapier

Die Ausstellung „Alchemie der Zeit“ der Fotokünstlerin Elena Ternovaja eröffnet einen vielschichtigen Blick auf Erinnerung, Vergänglichkeit und Transformation. Mit der experimentellen Technik der Chemigramme entstehen Bilder, die zwischen Fotografie, Malerei und Zeichnung oszillieren und das Wechselspiel von Licht, Material und Zeit sichtbar machen. Ergänzt wird die Schau durch ein Begleitprogramm mit einem Kinder- und Familienworkshop, der die künstlerischen Prozesse spielerisch erfahrbar macht.

Wenn Licht auf Chemie trifft: Die Kunst der Chemigramme

Chemigramm von Elena Ternovaja in der Ausstellung die Alchemie der Gedanken im Museum Mineralogia München
Elena Ternovaja
Die Alchemie der Gedanken I, Bild I,
Chemigramm, Silbergelatinabzug, 2015

Im Zentrum der Ausstellung stehen Chemigramme – fotografische Unikate, die ohne Kamera entstehen und zu den radikalsten Formen der abstrakten Fotografie zählen. Statt eines klassischen Aufnahmeprozesses wird lichtempfindliches Fotopapier direkt bearbeitet und so zum Experimentierfeld für chemische Reaktionen, Licht und Materialspuren. Die Technik, die in den 1950er Jahren entwickelt wurde, löst sich bewusst von der gegenständlichen Abbildung und nähert sich Malerei, Grafik und Materialkunst an.

Elena Ternovaja greift diese Tradition auf und erweitert sie um eine eigene, zeitgenössische Bildsprache. Auf einem selbstgebauten Tricktisch setzt sie Glasscheiben, Naturmaterialien und pflanzliche Wirkstoffe ein, um Schichtungen, Spuren und Strukturen zu erzeugen. Die bewusste Einbindung von Zufall und zeitlicher Dauer wird zum entscheidenden Bestandteil des Werkprozesses: Die Bilder „entstehen“ ebenso sehr, wie sie „gemacht“ werden. So erinnern ihre Verfahren an die frühen Experimente der Fotografie im 19. Jahrhundert, als Forscher wie Talbot oder Herschel mit Licht und Chemie experimentierten, um das Unsichtbare sichtbar zu machen. 

Beispielhafte Materialien und Werkzeuge in Ternovajas Prozess

  • lichtempfindliches Fotopapier
  • Naturmaterialien wie Sand, Muscheln und Trockenpflanzen
  • pflanzliche Wirkstoffe, Glasscheiben und ein selbstgebauter Tricktisch
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Das Unsichtbare sichtbar machen: Poetische Reflexionen

Fotokunst von Elena Ternovaja in der Ausstellung Alchemie der Zeit. Chemigramme, Experimente auf dem Fotopapier im Museum Mineralogia München
Elena Ternovaja
Die Alchemie der Gedanken III, Bild I,
Chemigramm, Silbergelatinabzug, 2016

Thematisch kreisen die Arbeiten von Elena Ternovaja um Vergänglichkeit, Transformation und die Brüchigkeit des Moments. Grauwerte und Lichtverläufe treffen auf organische Strukturen, Ränder und Brüche. Die Bilder erscheinen wie visuelle Tagebücher: mal zart und flüchtig, dann wieder grafisch scharf und kraftvoll. Zwischen Fotografie, Malerei und Zeichnung entsteht eine hybride Bildsprache, in der jede Spur vom Prozess erzählt – vom langsamen Einwirken der Chemie ebenso wie vom Eingriff der Künstlerin.

So wird Zeit nicht nur als Thema verhandelt, sondern als aktiver Akteur im Entstehungsprozess der Werke. Jede Oberfläche trägt die Zeichen vergangener Momente in sich und lädt dazu ein, eigene Erinnerungsräume zu öffnen und das Verhältnis von Bild, Gedächtnis und Emotion neu zu denken.

Mit Licht experimentieren: Familienworkshop zur Ausstellung

Als Ergänzung zur Ausstellung „Alchemie der Zeit“ findet am 19. März 2026 um 16 Uhr ein Kinder- und Familienworkshop mit der Fotokünstlerin Elena Ternovaja statt. Das Begleitprogramm eröffnet einen praxisnahen Zugang zur experimentellen Fotografie und lädt dazu ein, die im Ausstellungsraum gezeigten Prozesse spielerisch nachzuvollziehen.

Im Workshop erkunden Kinder gemeinsam mit ihren Familien einfache experimentelle Verfahren, die an die Chemigramm-Technik angelehnt sind. Mit Papier, Licht, Wasser, Naturmaterialien und weiteren überraschenden Hilfsmitteln entstehen eigene kleine Bildexperimente, die an die „alchemistischen“ Spuren der Ausstellung anknüpfen. Dabei steht weniger das perfekte Ergebnis im Vordergrund als vielmehr das Staunen über das Zusammenspiel von Zeit, Material und Zufall.

Das Angebot richtet sich an Familien, die gemeinsam kreativ werden möchten, und an junge Besucher:innen, die neugierig auf alternative Formen der Fotografie sind. Der Workshop schafft eine Brücke zwischen künstlerischer Praxis und unmittelbarer Erfahrung – und zeigt, wie aus einfachen Materialien und offenen Experimenten poetische Bildwelten entstehen können. 

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Alchemie der Zeit. Chemigramme, Experimente auf dem Fotopapier von Elena Ternovaja im Museum Mineralogia München – Öffnungszeiten und Eintritt

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag
12:00 – 16:00 Uhr

Samstag, Sonntag & Feiertage
13:00 – 17:00 Uhr

Montag geschlossen

Öffnungszeiten an Feiertagen
Am Faschingsdienstag und Karfreitag bleibt das Museum Mineralogia München geschlossen.
An Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag haben die Ausstellungen geöffnet.

Eintritt
regulär 5 Euro // ermäßigt 3 Euro
Familienticket: 6 Euro

Museum Mineralogia München – Ausstellung Alchemie der Zeit. Chemigramme, Experimente auf dem Fotopapier

16. Dezember 2025 – 17. Mai 2026

Museum Mineralogia München
Theresienstr. 41
80333 München

Telefon: 089 – 2180 4312
E-Mail: mineralogische.staatssammlung@snsb.de


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